Sex-Sucht
Du wĂŒnschst dir UnterstĂŒtzung, weil Sexsucht deine SexualitĂ€t oder Partnerschaft beeinflusst? Wir informieren dich gern und beraten online und vor Ort.
Unsere Expert*innen helfen dir,Â
- herauszufinden, ob es sich wirklich um problematisches Suchtverhalten handelt
- dich von Druck und Drang zu verabschieden
- dein Leben und deine SexualitÀt wieder selbst in die Hand zu nehmen
- deine Partnerschaft vor den Auswirkungen deiner Sex-Sucht zu bewahren.
Wie viel Lust und Drang sind normal? Stört dieses Verhalten den/die Betroffene*n selbst oder hauptsĂ€chlich das Umfeld? Was sind Ursachen fĂŒr das dranghafte Verhalten oder die Sexsucht? Wer kann mir helfen?Â
Wir arbeiten wissenschaftsbasiert, kennen unsere Grenzen und gehen individuell auf deine BedĂŒrfnisse ein.

Inhaltsverzeichnis zum Thema
Fragen und Antworten
Was ist Sexsucht?
Ăber Sexsucht wird derzeit viel gesprochen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Sexsucht neu in ihren Katalog der psychischen Erkrankungen, dem ICD, aufgenommen. Aber fĂŒr Sexualtherapeut*innen ist das Thema nicht so neu. Und auch fĂŒr Betroffene nicht. Seitdem es meine Praxis gibt, gibt es hier auch Menschen, die mir von HypersexualitĂ€t, zwanghaftem Pornokonsum, wundgescheuerten Penissen, Schulden und zerrĂŒtteten Liebesbeziehungen berichten. Und da wir grade von Penissen sprechen: Klar, es gibt auch Frauen, die dieses Thema betrifft. Die Frage, ob mehr MĂ€nner oder Frauen betroffen sind, lĂ€sst sich inzwischen eindeutig beantworten: Fast genau so viele Frauen wie MĂ€nner leiden unter Sexsucht (Quelle: https://www.n-tv.de/wissen/Sexsucht-ist-viel-haeufiger-als-gedacht-article20713243.html). Hier sieht man also schon, dass es bei Sexsucht gewisse Klischees gibt, die nicht immer zutreffen. Deswegen lohnt sich ein Blick auf den Fachbegriff, das zwanghafte Sexualverhalten.
Was ist zwanghaftes Sexualverhalten denn nun eigentlich genau?
Sexsucht wird im ICD11 als zwanghaftes sexuelles Verhalten beschrieben und ist im Kapitel ĂŒber die Impulskontrollstörungen zu finden. Es geht hier also um ein sĂŒchtiges oder zwanghaftes Verhalten, das nicht mehr kontrolliert werden kann. Und das ist nun auch der erste wichtige Fakt: Es gibt viele Menschen, die viel Sex haben, die dies gerne tun und jederzeit die Kontrolle darĂŒber besitzen. Z.B. MĂ€nner die fremd gehen oder Frauen, die oft wechselnde Sexualpartner haben. Um nur mal zwei Klassiker aus meinem Therapie-Alltag zu nennen. Diese Menschen sind nicht sexsĂŒchtig. SexsĂŒchtig sind die, die ihren Sex nicht mehr kontrollieren können und dadurch Leid verursachen. Bei sich selbst oder bei Beziehungspartner*innen, im Arbeitsleben oder im sozialen Umfeld. Nicht selten in all diesen Bereichen.
Beratung / Therapie: Wie kann man Sexsucht behandeln?
Dass Sexsucht in den ICD11 aufgenommen wurde, zeigt, dass es sich um ein ernst zu nehmendes psychisches Problem handelt. Wer sexsĂŒchtig ist, muss sich nicht einfach mal zusammen reiĂen, sondern braucht Hilfe. Sexsucht kann man meist nicht selbst behandeln. Aber zum GlĂŒck gibt es Therapeut*innen, die sich mit dem Thema auskennen. Es gibt verschiedene AnsĂ€tze, die alle wirksam sind, nicht immer zu kompletter Heilung fĂŒhren, aber doch zu einem RĂŒckgewinn der Kontrolle. Wichtig zu wissen ist, dass Sexsucht und all ihre Synonyme (wie z.B. HypersexualitĂ€t) manchmal auch Symptome eines erlittenen Traumas sein können. In dem Fall ist es dann gut, erstmal eine Traumatherapie zu machen. Es macht aber nichts, das am Anfang der Therapie noch nicht zu wissen. Es kann ein wichtiger Schritt in der Therapie sein, herauszufinden, was die Ursache der Sexsucht ist.
Und was ist eine SexualprÀferenzstörung?
Nicht alle Menschen, die sexuell problematisches Verhalten zeigen, sind sexsĂŒchtig. Es gibt auch die sogenannten SexualprĂ€ferenzstörungen, wie z.B. PĂ€dophilie. Hier geht es um die sexuelle PrĂ€ferenz, also die Frage, was mich erregt. Die Verwechslungsgefahr mit Sexsucht ist deshalb so hoch, weil SexsĂŒchtige oft (Ă€hnlich wie Alkoholiker) ihre Toleranzschwelle mehr und mehr erhöhen. Sie brauchen also immer krasseren Input, um erregt zu werden. Deshalb konsumieren sie manchmal pornografisches Material, das ihren PrĂ€ferenzen eigentlich gar nicht entspricht. Wichtig ist hier nochmal zu sagen: Der Konsum von Kinderpornographie ist strafbar. Menschen, die unter PĂ€dophilie leiden, können sich an das Projekt âKein TĂ€ter werdenâ wenden und bekommen dort Hilfe. Quelle: https://sexualmedizin.charite.de/forschung/kein_taeter_werden/
Was kann man tun, wenn der/die Partner*in / Angehörige sexsĂŒchtig sind?
Und jetzt nochmal zurĂŒck zu den Klischees: Woran denken Sie, wenn Sie âSexsuchtâ hören? Viele denken dann an einen verheirateten Mann, der zu Prostituierten geht. Er tut dies nicht, weil er es will, sondern weil er Depressionen hat und deshalb sexsĂŒchtig ist. Wenige denken an eine Frau, die lebenslustig wirkt und niemanden nĂ€her an sich heran lĂ€sst. Sie wirkt autonom und sie holt sich ihren Sex, wenn keiner es mitbekommt: Im Netz, bei Chats, auf Tinder. Was beide gemeinsam haben: SexsĂŒchtige praktizieren ihren Sex meist heimlich. Es können reale Kontakte sein oder auch Pornokonsum etc. Und manchmal wirken sie ansonsten ganz normal. Wie du und ich.
Deshalb ist es fĂŒr Partner*innen von sexsĂŒchtigen Menschen auch so schwer, damit umzugehen. Denn sie sind meist nicht das Objekt des Begehrens. Sie werden belogen und betrogen und hĂ€ufig auch sexuell gemieden. Meistens finden sie es irgendwann heraus und damit beginnt dann eine lange Leidensgeschichte. Deshalb ist es wichtig zu wissen: Auch Angehörige von sexsĂŒchtigen Menschen können (und sollten) sich eine*n Sexualtherapeut*in suchen. Sie brauchen UnterstĂŒtzung und Hilfe dabei, mit den Verletzungen umzugehen. Denn meist werden die Angehörigen schwer verletzt.
Was sind Symptome fĂŒr Sexsucht?
Menschen, die sexsĂŒchtig sind, nutzen Sex auf eine ungesunde Art und Weise. Das kann ganz unterschiedliche Gesichter haben. HĂ€ufig ist es so, dass damit Schulden, Probleme mit Freund*innen, in der Beziehung und mit der Arbeit zusammenhĂ€ngen. Manchmal sind die Menschen auch gar nicht mehr arbeitsfĂ€hig. Wichtig zu wissen ist, dass viel Sex zu haben nicht ausreicht, um von Sexsucht zu sprechen. Gerade Frauen leiden darunter, dass ihr Sexualverhalten schnell pathologisiert wird, wenn es ĂŒber einmal in der Woche mit meinem festen Freund hinaus geht. Da wird dann also schnell davon gesprochen, das sei krank und die Frau eine Schlampe oder so. Nein. Jede darf so viel Sex haben, wie sie will. Und MĂ€nner natĂŒrlich auch. Sexsucht fĂ€ngt da an, wo der SpaĂ beim Sex aufhört. Viele Betroffene erleben keine Befriedigung mehr. Deshalb brauchen sie schnell mehr. Der Sex, den sie haben, ist nicht mehr gesund.
Bin ich sexsĂŒchtig?
Wenn Sie sich nun fragen, ob sie sexsĂŒchtig sind, stellen Sie sich die Frage: Habe ich ein Problem mit meinem Sex oder mit dem meiner Partner*innen? Leide ich? Leidet mein Umfeld? Wenn eine dieser Fragen mit Ja beantwortet werden kann, lohnt es sich, mit einer/einem Sexualtherapeut*in zu sprechen. Wichtig ist noch zu wissen: Es kann sein, dass das Problem spĂ€ter nicht Sexsucht heiĂt, z.B.: bei intensivem Fremdgehen. Aber der Gang zum/zur Sexualtherapeut*in lohnt sich trotzdem. Immer. Wenn einer oder eine ein sexuelles Problem hat. DafĂŒr sind wir da und wir helfen Ihnen.
Woher kommen sexuelle Störungen?
Die einfache und kurze Antwort ist: Wir wissen es nicht. Die Wissenschaft spricht von einem multifaktoriellen Geschehen. Das bedeutet: Es mĂŒssen viele Dinge zusammen kommen, damit einer/ eine sexsĂŒchtig wird. Ganz genau wie bei Alkohol. Nicht alle mit einer schweren Kindheit werden abhĂ€ngig, aber einige eben schon. Und bei denen, die sexsĂŒchtig geworden sind, liegen die Ursachen auch tatsĂ€chlich oft in der Kindheit oder der PubertĂ€t. Viele Menschen schauen Pornos und haben kein Problem damit, aber einige eben schon. Und die Menschen, die sexsĂŒchtig geworden sind, haben meist eine problematische Beziehung zur Pornographie. Und so weiter. Deshalb schauen wir in der Therapie immer auf den Einzelfall: Warum sind Sie sexsĂŒchtig geworden? Warum hat das Sinn gemacht, eine Sexsucht zu entwickeln? Und was muss ich tun, um sie wieder gehen lassen zu können?
Was löst sexuelles Verlangen aus?
Die schwierigste Frage zuletzt. Was macht uns an? Naja, Sie wissen es alle⊠das ist höchst unterschiedlich. Es gibt Menschen, die einen Fetisch haben und von Dingen erregt werden, die anderen völlig egal sind. Wichtig ist: sexuelles Verlangen wird gelernt. Wahrscheinlich in der Kindheit. Wir verknĂŒpfen dieses kribbelige KörpergefĂŒhl, das wir manchmal haben, mit Ă€uĂeren Reizen. Immer wieder. Und irgendwann entsteht ein Muster. So. Und meistens ist dieses Muster unproblematisch und super und macht einfach SpaĂ. Auch wenn es sowas wie ein FuĂfetisch geworden sein sollte: Go for it! Es sei denn, irgendwer leidet darunter, dann: Kontaktieren Sie uns. Wir sind da.Â
Autorin: Alix Heselhaus mit besser:lieben.deÂ
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